Angepinnt Mizellen-Curcumin ist anderen Curcumin-Formulierungen deutlich überlegen

  • Mizellen-Curcumin ist anderen Curcumin-Formulierungen deutlich überlegen

    Mittlerweile tummeln sich die diversesten Curcumin-Produkte auf dem Nahrungsergänzungsmittel-Markt. Für den Verbraucher ist mangels pharmakokinetischer Kenntnisse oftmals nicht möglich, zwischen den verschiedenen Produkten zu unterscheiden bzw. kann er nicht erkennen, welches Produkt ihm den größten Nutzen (Preis-/Leistungsverhältnis) bringt. Es existieren mitunter Werbe- oder irreführende Aussagen, die schlichtweg nicht ganz oder überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen. Mit diesem Beitrag möchten wir ein Stück Licht ins Dunkel des Curcumin-Dschungels bringen und die Bioverfügbarkeit der verschiedenen Curcumin-Produkte darstellen.

    Curcumin ist der gelbe Farbstoff des Rhizoms (unterirdisch, horizontal wachsende Sprossachse) der Kurkuma-Pflanze (Curcuma longa, Gelbwurzel). Kurkuma-Pulver enthält ca. 3-5% reines Curcumin. Der unbedarfte Verbraucher würde sich nun einfach Kurkuma-Pulver, das es kostengünstig auf dem Markt (z. B. Bio-Kurkuma, 1 kg ca. 14,00 Euro) gibt, ins Essen oder in einen Smoothie untermixen und sich gut fühlen, weil er denkt, er hätte sich etwas Gutes getan. Leider ist es mit dem Curcumin nicht ganz so einfach: die Bioverfügbarkeit von nativen (reinem) Curcumin ist äußerst schlecht. Die Bioverfügbarkeit einer Substanz ist eine pharmakologische Messgröße, die eine Aussage trifft, welcher Anteil der aufgenommenen Substanz dem systemischen Kreislauf zur Verfügung steht; also wie schnell und in welchem Umfang ein Wirkstoff aufgenommen wird und am Wirkort zur Verfügung steht.

    Kurkuma-Pulver


    Natives Curcumin ist schwer bis unlöslich in Wasser. Daraus resultiert u. a., dass der Stoff von den Darmzotten schlecht aufgenommen werden kann und größtenteils unverändert wieder ausgeschiedenen wird. So existieren am Markt Kapseln mit bis zu 500 mg Curcumin. Aber was nutzen 500 mg, wenn der Stoff nur im Prozent- oder Promillebereich im Darm resorbiert wird? Letzten Endes wird die geringe Menge des nativen Curcumins, das tatsächlich resorbiert wird schnell wieder metabolisiert, so dass keine ausreichenden Mengen im systemischen Kreislauf zur Verfügung stehen, die Wirkungen entfalten können.

    Bioverfügbarkeit von Curcumin mit Piperin hat kaum Vorteile


    Diese schlechte Bioverfügbarkeit von Curcumin blieb der Pharma-/Nahrungsergänzungsmittel-Industrie nicht verborgen und so strengten sie Forschungen an, wie sie die Bioverfügbarkeit erhöhen könnte. Die Industrie fand heraus, dass der Zusatz von Piperin (einem Alkaloid des Pfeffers, das in selbigem zu 2-4% vorkommt und für dessen Schärfe verantwortlich ist) zu Curcumin dessen Resorption im Darm erhöhte. Die Industrie nennt Piperin manchmal auch synonym Bioperin. Piperin ist ein Bio-Enhancer (Substanz zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit), der in Kombination mit Curcumin tatsächlich dessen Resorption im Darm erhöhte und die Metabolisierung verlangsamte (Verringerung des First-Pass-Effekts durch Deaktivierung von CYP3A4 [Cytochrome P450 3A4])1. Allerdings hatte das zwei Nachteile: zum einem wurde die Bioverfügbarkeit von Curcumin nur unwesentlich erhöht (ca. 9- bis 20-fach gegenüber nativem Curcumin2) und zum anderen ist das Leberenzym CYP3A4 auch für die Metabolisierung von Medikamenten zuständig. Wird es durch Piperin gehemmt, kann das zu weitreichenden Arzneimittelinteraktion wie die Kumulierung von Arzneistoffen führen (die Arzneimittel können durch das Enzym nicht mehr verstoffwechselt bzw. abgebaut werden und sammeln sich im Körper über das Maß hinaus mit den entsprechenden Nebenwirkungen an). Von CYP3A4 beeinflusste Medikamente sind z. B. Immunsuppressiva, Chemotherapeutika, Antimykotika, Antibiotika, Antidepressiva, SSRIs, Benzodiazepine, Statine, Opioide und andere). Aus diesen Gründen war der Zusatz von Piperin zu Curcumin bedenklich und stellte keine zufriedenstellende Lösung dar.

    Neue Curcumin-Formulierungen kommen auf den Markt


    Alternative Curcumin-Formulierungen (Zubereitungsformen) wurden seitens der Industrie entwickelt. Zu den wichtigsten zählen:
    • Curcumin zusammen mit ätherischen Ölen aus der Kurkuma-Pflanze: Curcumin wird in ätherischen Ölen gelöst / BCM-95® und Biocurcumax® / 7-fache Bioverfügbarkeit 2
    • Curcumin als Nanopartikel in einer Fettemulsion: Curcumin wird mikronisiert und in einer patentierten Fettemulsion (SLCP®-Technologie) gelöst / Longvida® / 4-fache Bioverfügbarkeit 2
    • Curcumin als liposomale Formulierung: Curcumin in einem Komplex aus einem Phospholipid, Zellulose und Soja-Lecithin (Phosphatidylcholin-Komplex) / Meriva® / 3- bis 20-fache Bioverfügbarkeit 3
    • mikronisiertes Curcumin mit Ghatti: Curcumin als Nanopartikel mit dem Gummi Ghatti (wasserlöslicher Komplex aus Polysacchariden) / Theracurmin® / 27-fache Bioverfügbarkeit 2
    • Mizellen-Curcumin: das lipophile (fettlösliche) Curcumin-Molekül wird von hydrophilen (wasserlöslichen) Molekülen umhüllt / Curcuflex® und Curcusol® / 185-fache Bioverfügbarkeit 2


    Mizellen-Curcumin weist höchste Bioverfügbarkeit auf


    Aus der geschilderten Darstellung ist ersichtlich, dass Mizellen-Curcumin allen anderen Formulierungen bezüglich seiner Bioverfügbarkeit signifikant überlegen ist. Das wundert nicht, werden doch auch andere Pharmazeutika zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit als Mizellen-Formulierung hergestellt. Von daher empfehlen wir bei der Auswahl eines Produkts eine Formulierung, die Mizellen-Curcumin enthält.

    Für alle, die sich noch genauer informieren möchten, verweisen wir auf Tabelle 5 (Human trials reporting pharmacokinetic parameters for curcumin formulations aimed at enhancing curcumin bioavailability) der Studie, die die einzelnen Parameter der Bioverfügbarkeit (Dosis, Tmax, Cmax und AUC) darstellt.




    1 Curcumin, Piperine, and Capsaicin: A Comparative Study of Spice-Mediated Inhibition of Human Cytochrome P450 Isozyme Activities.
    2 The oral bioavailability of curcumin from micronized powder and liquid micelles is significantly increased in healthy humans and differs between sexes.
    3 Comparison of systemic availability of curcumin with that of curcumin formulated with phosphatidylcholine.

Inhaltsverzeichnis

    1. Kurkuma-Pulver
    2. Bioverfügbarkeit von Curcumin mit Piperin hat kaum Vorteile
    3. Neue Curcumin-Formulierungen kommen auf den Markt
    4. Mizellen-Curcumin weist höchste Bioverfügbarkeit auf