Angepinnt Curcumin - der Wirkstoff aus der Kurkuma (Curcuma longa)

  • Curcumin - der Wirkstoff aus der Kurkuma (Curcuma longa)

    Curcumin ist eine natürlich vorkommende Substanz. Sie findet sich im Wurzelgewächs der Pflanze Kurkuma (Curcuma longa, auch Gelbwurz). Der Stoff kann auch synthetisch hergestellt werden und gehört zur Gruppe der Polyphenole (u. a. bioaktive Substanzen in Pflanzen, die sie z. B. vor Fraßfeinden schützen).

    Curcumin hat eine intensiv orange/gelbe Farbe und wird von der Lebensmittelindustrie zur Färbung von Lebensmitteln verwendet (E 100). In der ayurvedischen Medizin Asiens wir das Pulver von Kurkuma bereits seit Jahrtausenden gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Auch die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie hat Curcumin bereits seit einigen Jahre für sich entdeckt und so ist der Markt übersättigt mit diversesten Curcumin-Zubereitungen.

    Dem Curcumin werden diverse pharmakologische Eigenschaften nachgesagt:

    1. antioxidativ (Radikalfänger)
    2. antikanzerogen (der Bildung von Tumoren entgegen wirkend)
    3. antiinflammatorisch (gegen Entzündungsreaktionen)
    4. neuroprotektiv (Nervenzellen schützend)
    5. immunmodulatorisch (das Immunsystem regulierend)
    6. antiangiogenetisch (die Bildung neuer Blutgefäße hemmend)
    7. antiosteolytisch (den Knochenabbau hemmend)


    In diesem Kontext laufen seit ungefähr zwei Jahrzehnten diverse Studien, die die verschiedenen Aspekte des Curcumins untersuchen. Das Hauptproblem bei diesen Studien war bisher immer, dass die Bioverfügbarkeit von Curcumin sehr schlecht war. Der Stoff ist schwer wasserlöslich und wird im Magen-Darm-Trakt kaum resorbiert. Und die Menge, die aufgenommen wird, wird sehr zügig wieder metabolisiert (verstoffwechselt) und ausgeschieden, so dass es bisher schwierig war, ausreichende Wirkstoffspiegel im Blut über einen längeren Zeitraum aufrecht halten zu können.

    Dem Problem der schlechten Bioverfügbarkeit des Curcumins haben sich vor 2, 3 Jahren einige Firmen weltweit angenommen und Lösungen entwickelt. So wurden Curcumin-Formulierungen (Zubereitungsformen) definiert, die z. B. das Curcumin mittels Carrier (Transport-Mechanismen) über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf schleusen.

    Die beiden wichtigsten Curcumin-Applikationsformen sind dabei:

    1. Nano-Technologien: Nanopartikel werden mit Curcumin beladen und in den Blutkreislauf und zu den Zielzellen transportiert.
    2. Mizellen-gekapselt: das schwer wasserlösliche Curcumin wird hier im weitesten Sinne von Molekülen umlagert. Die umlagernden Moleküle haben eine fett-liebende Seite (lipophil) und eine wasser-liebende (hydrophil) Seite. Die lipophile Seiten der Moleküle umschliessen das Curcumin und sind nach außen hin hydrophil, womit sich wunderbar im Rahmen der Verdauung im Magen-Darm-Trakt aufgenommen (resorbiert) werden können.
    Erst mit diesen Formulierungen ist es möglich, ausreichende Wirkstoffspiegel zu erreichen und die Auswirkungen zu studieren. Da diese Möglichkeiten - wie eingangs erwähnt - noch nicht allzu lange zur Verfügung stehen, hat die eigentliche Forschung um Curcumin erst vor Kurzem begonnen. Und um diese Ergebnisse soll es in diesem Forum u. a. gehen.