Angepinnt Besondere Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Curcumin-Präparaten und Zytostatika

  • Besondere Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von Curcumin-Präparaten und Zytostatika

    Viele Studien legen nahe, dass Curcumin ausgesprochen antikanzerogene Wirkungen über verschiedene Signalwege bzw. Mechanismen (Apoptose, Antiangiogenese) ausübt (Pleiotropie).

    In der Therapie der verschiedenen Krebserkrankungen werden oftmals allein oder in Kombination mit anderen Methoden (chirurgische Maßnahmen, Bestrahlung) Zytostatika eingesetzt. Zytostaika sind unterschiedliche Substanzgruppen, die auf die gewünschten Zielzellen toxische Wirkungen ausüben und diese im Wachstum hemmen oder bestenfalls zerstören sollen. Zu den wichtigsten Zytostatikagruppen zählen u. a. Alkylantien, Platinanaloga, Interkalantien, Mitosehemmer, Taxana, Antimetabolite aber auch bestimmte Hormone, monoklonale Antikörper und Proteaseinhibitoren.

    Dir Wirksamkeit von Zytostatika auf die Zielzellen wird als Chemosensitivität beschrieben, also wie effektiv die malignen Zellen auf den Wirkstoff reagieren. Hier kommt Curcumin ins Spiel. Curcumin kann sowohl die Chemosensitivität von Zytostatika erhöhen (Synergie) oder abschwächen (Antagonie).

    Wenn die Chemosensitivität des Zytostatikums durch Curcumin abgeschwächt wird ist das nicht im Sinne der onkologischen Therapie, da dann die toxische Wirkung auf die Tumormasse gehemmt wird. Dies ist z. B. beschrieben bei der Behandlung des Mammakarzinoms mit Cyclophosphamid und Doxorubicin in Kombination mit Curcumin1 bei In-vitro Versuchen mit Gewebezellen der Zelllinien MCF-7, MDA-MB-231 und BT-474.

    Auf der anderen Seite kann Curcumin auch synergistisch mit dem Zytostatikum wirken:


    "Curcumin erhöht die Sensitivität von Tumorzellen gegenüber fast allen Zytostatika, aber auch moderne Medikamente wie Tyrosinkinase-Inhibitoren und einer Radiatio. Dies konnte teilweise auch schon
    im tierexperimentellen Untersuchungen belegt werden. Allerdings zeigen einige wenige Experimente auch gegenteilige Effekte.

    Einer der dieser Synergie zugrunde liegenden Mechanismen dürfte die Inhibition von PGP sein.

    Im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass die orale Bioverfügbarkeit von Docetaxel durch die einmalige Gabe von Curcumin zwar nicht beeinflusst wird,
    bei regelmäßiger Gabe jedoch zu einem signifikanten Anstieg (10-fach) des Serumspiegels führt.2"


    Das sind teilweise sehr widersprüchliche Aussagen und Studien an erkrankten Menschen liegen aktuell nicht vor. Insofern empfehle ich, den behandelnden Onkologen bzw. Hämatologen vor Beginn der Einnahme eines Curcumin-Präparates zu Rate zu ziehen und dessen Sichtweise mit in die Entscheidung mit starker Gewichtung zu integrieren.

    Das hier Gesagte gilt allerdings nicht für Krebspatienten während therapiefreier Intervalle also des Zeitraums ohne die Einnahme von Zytostatika.


    1 Dietary Curcumin Inhibits Chemotherapy-induced Apoptosis in Models of Human Breast Cancer
    2 "Komplementäre Onkologie: supportive Maßnahmen und evidenzbasierte Empfehlungen", Dr. med. Jutta Hübner